Sie befinden sich hier:

  1. Unser Ortsverein
  2. Unser Ortsverein
  3. Unsere Chronik

Unsere Chronik

Die Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes ist mehr als 150 Jahre alt. So wurde 1863 in Baden-Württemberg die erste Rotkreuzgesellschaft der Welt gegründet. Die Idee, Menschen allein nach dem Maß der Not zu helfen, ohne auf Hautfarbe, Religion oder Nationalität zu achten, geht auf den Schweizer Henry Dunant zurück.

 

Die Schlacht von Solferino: Geburt des Rotkreuzgedankens

Als Geschäftsmann war Henry Dunant 1859 in Italien unterwegs, als er die Folgen der Schlacht von Solferino, des entscheidenden Gefechts zwischen dem Kaisertum Österreich und dem Königreich Piemont-Sardinien sowie dessen Verbündetem Frankreich im Sardinischen Krieg, miterlebte. Dem 31-Jährigen bot sich ein schreckliches Bild. An Straßenrändern, auf Plätzen und in Kirchen lagen dicht an dicht verwundete Soldaten. Dunant erlebte das Grauen des größten Waffengangs jener Zeit in seiner ganzen Brutalität. Der Geschäftsmann vergaß seine ursprüngliche Mission und kümmerte sich um Verwundete wie Sterbende. Er wusch schmutzige Wunden aus, verteilte Lebensmittel und Wasser, sprach Mut zu. Auch für Nachschub an Verbandsmaterial und Nahrung sorgte Dunant. Weil professionelle Hilfe überall fehlte, forderte Dunant Einheimische zur Mithilfe auf - Frauen, Kinder und Männer halfen mit. "Sono tutti fratelli" - wir sind alle Brüder - sagten sie und versorgten jeden Verletzten ungeachtet seiner Nationalität. Als Dunant erfuhr, dass die Franzosen österreichische Ärzte gefangen hielten, suchte er den französischen Herrscher auf. Er gestattete den österreichischen Ärzten an dem Hilfseinsatz teilzunehmen. Zusammen mit Dunant praktizierten diese Freiwilligen zum ersten Mal den Grundsatz des späteren Roten Kreuzes: dass alle verwundeten Soldaten neutral und gleich zu behandeln sind.

Geschäftsmann Henry Dunant
Schlacht von Solferino

 

"Eine Erinnerung an Solferino" - Dunants Buch und seine Vision

Henry Dunant verarbeitete seine Erinnerungen an die Erlebnisse in Italien in seinem Buch "Un souvenir de Solferino" (Eine Erinnerung an Solferino). Noch heute gilt es als literarisches Meisterstück, mit dem er die damalige Gesellschaft in Europa aufrüttelte. In seinem Buch schildert Dunant zunächst die politischen Zusammenhänge und informiert detailliert über Militärwesen und Kriegsstrategien. Danach beschreibt er in einem dramatischen Epos den Ablauf der Schlacht und das Gemetzel auf den Schlachtfeldern. Es fällt kein Wort über den Triumph der Siegermächte. Dunant beschreibt stattdessen, wie primitiv und brutal die Verwundetentransporte durchgeführt wurden oder wie prekär die Zustände in den Lazaretten waren. Die letzten Seiten widmete Dunant seiner Vision: "Wäre es nicht möglich, in Friedenszeiten eine freiwillige Organisation zu gründen, deren Zweck es sein müsste, die Verwundeten in Kriegszeiten durch begeisterte und aufopfernde Freiwillige, die für ein solches Werk besonders geeignet sind, pflegen zu lassen?" Er schloss sein Buch mit dem Appell, Hilfsgesellschaften für Verwundete in verschiedenen Ländern Europas zu gründen. Dunant ließ auf eigene Rechnung 1.600 Exemplare seines Buches drucken, die er mit persönlicher Widmung an Fürsten, Generäle und Regierungen in Europa verschickte. Das Echo war gewaltig. Eine zweite Auflage erschien schon vier Monate nach der ersten und wurde zum Bestseller, der Verfasser berühmt wie ein Star.

Buch "Schlacht von Solferino"

 

Eine Idee wird Wirklichkeit

Einer der Ersten, die Dunant gratulierten, war der Genfer Gustave Moynier, ein brillanter Jurist und erprobter Organisator. Er war Präsident der privaten Gemeinnützigen Gesellschaft Genfs und konnte Dunant für ein Referat vor zwanzig angesehenen Bürgern der Stadt gewinnen, unter ihnen General Guillaume-Henri Dufour. Die Versammlung beauftragte fünf Anwesende, einen Plan zu erstellen, wie Dunants Idee, "kriegsführende Armeen durch Korps freiwilliger Krankenpfleger zu unterstützen", in die Tat umgesetzt werden konnte. Das Fünfergremium mit der Bezeichnung "Ständiges Internationales Komitee" - dem späteren Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) - setzte sich aus General Henri Dufour als Präsident, Gustave Moynier als Vizepräsident, Dunant als Sekretär und den zwei Ärzten Louis Appia, einem Spezialist in Chirurgie, und Théodore Maunoir, einem Mediziner mit internationaler Erfahrung zusammen. Für seine Verdienste erhielt Henry Dunant 1901 gemeinsam mit Frédéric Passy den Friedensnobelpreis.

Zeitungsausschnitt um 1894

 

Meilensteine der Bereitschaft KA-Hohenwettersbach und des DRK-Ortsvereins Hohenwettersbach

Nachfolgend sind die wichtigen Meilensteine unseres Ortsvereins zusammengefasst. Aus einer anfänglichen kleinen Sanitätsbereitschaft entwickelte sich mit viel Herzblut der Aktiven viele Jahre später ein eigenständiger und erfolgreicher Ortsverein. Wir bedanken uns unter anderem bei den Zeitzeugen Rudolf Röll (Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr Hohenwettersbach a.D.), Bernhard Warter (OV-Vorsitzender DRK-Ortsverein Durlach e.V.), Karlheinz Dürr (Gründungsmitglied, Sohn des langjährigen Bereitschafsführers Günter Dürr und selbst langjähriges Bereitschaftsmitglied), Stefan Rupp (Bereitschaftsleiter 2005 - 2008) für die Mitarbeit an dieser Chronik. Für Hohenwettersbach sind spätgeschichtlich unter anderem auch die Familien Schilling von Cannstatt und von Maffei von sehr großer Bedeutung. Die Gutsherrenfamilien waren stets um das Wohl und die Förderung der Hohenwettersbacher Vereine bemüht. Aus dem Heimatbuch "Gruss aus Hohenwettersbach" von Siegried Stech konnten zudem weitere wichtige Daten für den DRK-Zeitstrahl entnommen werden.

 

Zur Vorgeschichte bis zur Gründung

Der Gründung der DRK-Bereitschaft Karlsruhe-Hohenwettersbach im Jahr 1972 ging eine freiwillige Sanitätskolonne voraus. Die freiwillig organisierte Gruppe von Helferinnen und Helfern wurde während des Zweiten Weltkriegs ins Leben gerufen und hatte weit bis in die Nachkriegszeit hinein bestand. Aufschwung erlebte die Gruppe nach Kriegsende durch Frauen aus der damaligen Landhilfe, durch abgeordnete Krankenschwestern und auch durch Angehörige, welche selbst zu Hause verwundete Familienmitglieder pflegen mussten.

Emaille-Schild einer damaligen Sanitätskolonne
Ziehwagen einer Sanitätskolonne

 

Medizinische Versorgung nach Kriegsende

Die medizinische und pflegerische Versorgung der damaligen Hohenwettersbacher Bevölkerung (auf dem Land - im dörflichen Charakter) übernahmen vorzugsweise abgeordnete Schwestern des Diakonissen-Mutterhauses Bethlehem Rüppurr. Vorausgegangen war zunächst ein Frauenverein, welcher dann in einen Krankenpflegeverein überging.  Frau Julie Hege und später Frau Lydia Eckardt warben in der Gemeinde um Zuschüsse und Spenden, sorgten für die Mittelverwendung und machten es sich zur Aufgabe, die Kranken im Ort über eine Krankenpflegestation, betrieben durch Krankenschwestern, zu versorgen. Die "Kinderschule" (erbaut 1897 durch die Grundherrschaft Schilling von Canstatt) in der Dürrenwettersbacher Straße diente im Erdgeschoss als Kinderschule (Kindergarten) und im Obergeschoss als ein kleines Schwesternwohnhaus mit Krankenversorgungsstelle. Von hier aus wurden durch die Schwestern die Aufgaben als Kinderschwester, Kleinkinderlehrerin, Krankenschwester oder Verbandsschwester ausgeübt. Wenn medizinische und pflegerische Hilfe notwendig war, waren Haus- oder Notbesuche der Krankenschwestern, die stets an ihrem weißen Häubchen erkennbar waren, keine Seltenheit. Ebenso konnten die DRKler viel von den gelernten Krankenschwestern lernen. Die Schwestern Johanna, Emma, Luise (Wickersheimer), Martha (Kusterer), Emma (Rutz), Katharina (Rupp), Emma (Fieß) und Luise (Eisler) sind gebürtigen Hohenwettersbachern noch in guter Erinnerung. Mit dem Neubau des evangelischen Kindergartens gegenüber der Grundschule und dessen Einweihung im Jahr 1977 wurde dann die "Alte Kinderschule" aufgegeben und die Diakonissen-Schwestern kehrten in ihr Mutterhaus zurück. Die hausärztliche Versorgung konnte Anfang der 70-Jahre durch niedergelassene Hausärzte in der Gemeinde übernommen werden. Die "Alte Kinderschule" ist heute ein Privathaus. Der Krankenpflegeverein hatte bis 1975 in Hohenwettersbach bestand und wurde dann dem Diakonischen Werk angegliedert.

Alte Kinderschule in der Dürrenwettersbacher Straße
Inschrift an der Kinderschule
Diakonissen-Schwestern

 

Das DRK und "Ehrenamt" bis 1971

In der bis 1971 selbstständigen Gemeinde Hohenwettersbach versahen Feuerwehrkameraden und der freiwillige Zusammenschluss der DRKler oft gemeinsam ehrenamtlichen Dienst am "Nächsten". In der Freiwilligen Feuerwehr (gegründet 1925) gab es auch eine einige Feuerwehrsanitäter, welche im ersten Zug (Rettungszug) gegliedert waren. Der Feuerwehrsanitäter Jakob Gräber wurde bei der Gründung der Feuerwehr auch in den ersten Verwaltungsrat gewählt. In den sehr erbärmlichen und äußerst entbehrungsreichen Nachkriegsjahren in unserem "Dorf" halfen alle Hohenwettersbacher unbürokratisch zusammen. Das Einzelwohl wurde oftmals selbstlos hinter das Gemeinwohl gestellt. Ein sehr wichtiger und guter gesellschaftlicher Trend, der heute leider immer mehr in Vergessenheit gerät.

 

1967

Damals traf man sich zu allgemeinen Hilfsmaßnahmenübungen im alten Feuerwehrmagazin (Spritzenhaus) der Feuerwehr, nahe dem Hofgut, in der Spitalstraße (heute Spitalhof). Zur Kameradschaftspflege oder zum lockeren Austausch traf man sich unkompliziert an der Milchzentrale in der vorderen Dürrenwettersbacher Straße. Waren finanzielle Mittel vorhanden, so konnte auch ein Treffen in einem Nebensaal der Gaststätte Hochburg abgehalten werden. Eine klare Grenze zwischen den Vereinen, Organisationen oder sonstigen Freiwilligen in Hohenwettersbach musste nicht gezogen werden. Wenn damals anfänglich noch die Kirchturmglocken "Alarm" läuteten, später dann Alarm-Telefonketten gebildet wurden oder die Sirene heulte, waren neben der Freiwilligen Feuerwehr auch das örtliche Rote-Kreuz und viele weitere Mitbürgerinnen und Mitbürger für den Hilfeersuch aufopferungsvoll zur Stelle.

Altes Feuerwehrmagazin in der Spitalstraße
Gaststätte Hochburg um 1936

 

1968

Bei den Planungen und dem Bau des Feuerwehrgerätehauses am Kirchplatz wurde dem DRK eine kleine Räumlichkeit im Kellergeschoss durch die damals selbstständige Gemeinde Hohenwettersbach und den Hohenwettersbacher Bürgermeister Erwin Gräber zugestanden. Die Freiwillige Feuerwehr Hohenwettersbach hatte zu diesem Zeitpunkt eine Handdruckspritze und einen Tragkraftspritzenanhänger, welche im damaligen Feuerwehrmagazin beim Hofgut in der Spitalstraße untergestellt waren.

 

1970

Offizielle Einweihung des Feuerwehrgerätehauses Hohenwettersbach am 30. Mai 1970 - im Kellergeschoss konnte ein Raum (die heutige Kameradschaftsküche) durch die Hohenwettersbacher Sanitäter bezogen werden. Zur feierlichen Einweihung des Feuerwehrhauses wurde auch eine große Einsatzübung, ein angenommener Flugzeugabsturz, unter Mitwirkung der DRK-Bereitschaft im Unterdorf durchgeführt.  Kreisbrandmeister Wolf wohnte der Übung als Beobachter bei und zollte der Bereitschaft beim anschließenden Resümee seine größte Anerkennung und lobte die fachlichen Rettungsversuche.

Gemeinsame Übung von Feuerwehr und DRK

 

1971

Mitte des Jahres wird der Wunsch und der Wille einiger Rotkreuzkameraden immer stärker, auch in Hohenwettersbach einen eigenen DRK-Ortsverein zu gründen. Aufgrund der bevorstehenden Eingemeindung von Hohenwettersbach zur Stadt Karlsruhe entschloss man sich damals jedoch, im Folgejahr vorerst nur eine eigenständige DRK-Bereitschaft in Hohenwettersbach zu gründen. Die Initiatoren waren damals Adolf Adam, Gerhard Binder, Günter Dürr, Karlheinz Dürr, Robert Faas, Anton Fabry, Hanna Fabry, Meinhard Kirschenlohr, Lore Müller, Ingeborg Stech und Armin Zimmermann - daher können diese Mitglieder als Gründungsmitglieder angesehen werden. Der bei der letzten Gründungsvorbesprechung anwesende Bürgermeister Erwin Gräber sicherte weiter eine Mitnutzung des geplanten Feuerwehrhauses zu. Ebenso wurde die Finanzierung einer Grundausstattung mit Uniformen durch die Gemeinde übernommen.

 

1972

Mit der Eingemeindung von Hohenwettersbach im Jahr 1972 zur Stadt Karlsruhe, der durchgeführten Gemeindereform sowie den allgemeinen Anpassungen und Harmonisierungen zum Stadtkreis bot sich nun endlich die Möglichkeit, eine eigenständige DRK-Bereitschaft im DRK-Kreisverband Karlsruhe e.V. zu gründen. Durch die Vorbereitung der Kreisvereinsaktivisten Dr. Heimfried Rüdinger (Kreisverbandsarzt), Lotte Müller (Kreisbereitschaftsführerin), Irene von der Linde (stellv. Kreisbereitschaftsführerin), Heinz Wunderwald (Kreisgeschäftsführer) sowie durch den Hohenwettersbacher Bürgermeister Erwin Gräber fand am 19.02.1972 im geschmückten Saal der Gaststätte "Hochburg" die offizielle Gründungsversammlung statt. Günter Dürr wurde zum Bereitschaftsführer und Erhard Klipfel zum Stellvertreter gewählt. Dr. Merkle fungierte als Bereitschaftsarzt, Frau Ingeborg Stech wurde zur Schatzmeisterin und Schriftführerin bestellt. Die Bereitschaft zählte mehr als zehn Mitglieder.  Günter Dürr und Erhard Klipfel waren vormals langjährige Mitglieder beim DRK-Ortsverein Durlach e.V. und brachten somit, auch aufgrund der langjährigen familiären Verbundenheit zur DRK-Familie Warter in Durlach, das DRK auch in unseren Stadtteil. Zur Gründung und zur Erstausrüstung wurde der Bereitschaft die Kiste "K 50" mit Versorgungsmaterial für 50 Personen vom Kreisverband überlassen. Der erster Sanitätswachdienst (mit eigenem Stangengerüst-Zelt) der neu gegründeten Bereitschaft fand am Muttertag, 21.05.1972, beim Waldfest des Musikvereines Hohenwettersbach e.V. an der Ernst-Schiele-Hütte statt. Eine 3,5 km lange verlegte Direktverbindung mittels Feldsprechstelle (Kurbeltelefon) sicherte die Erreichbarkeit der Helfer im Wald. Noch im Gründungsjahr besuchte die Bereitschaft zur Qualifizierung einen Sanitätshelferkurs in Grünwettersbach.

Sanitätshelferkurs in Grünwettersbach
Sanitätshelferkurs in Grünwettersbach
Sanitätshelferkurs in Grünwettersbach
Sanitätswachdienst beim Musikverein beim Waldfest

 

1973

Nachdem die Feuerwehr weiteren Bedarf im Feuerwehrgerätehaus für eine Jugendfeuerwehrgruppe angemeldet hatte, musste der DRK-Raum im Feuerwehrgerätehaus Ende 1973 aufgegeben werden. Mit einer neuen Lagerstätte und einem neuen Treffpunkt kam die Bereitschaft dann in der ehemaligen Milchzentrale neben der landwirtschaftlichen Ein- und Verkaufsgenossenschaft (DEMEKA-Raiffeisen) innerhalb der Gemeinde unter. In den Räumen der Milchzentrale konnte u.a. ein großes Sanitätszelt, sonstiges sperriges Material wie Decken, Tragen, Feldbetten und die Kiste "K 50" mit Versorgungsmaterial für 50 Personen gelagert werden. Der umgangssprachliche "Treff an der Milchzentrale" war für viele Hohenwettersbach ein Ort der Abwechslung und des geselligen Beisammenseins. Für Übungsabende stand ein kleiner Raum im Kellergeschoss der Grundschule zur Verfügung.

Bereitschaftsabende
Bereitschaftsabende
Bereitschaftsabende
Schulhaus der Grundschule

 

1975

Bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr nimmt die vollzählige Bereitschaft auch mit einem Rettungswagen vom DRK-Rüppurr an der Jubiläumsübung im Hofgut teil. Die Übungsleitung hatten Dr. Merkle und Erhard Klipfel, welche von Ewald Amberg (DRK-Rüppurr) unterstützt wurden. Die Bereitschaft bestritt zu Fasching einen "Kappenabend" im Unterrichtsraum des Feuerwehrhauses.

Faschingsfeier zusammen mit der Feuerwehr

 

1976 - 1980

Zur Ausbildung für Sportplatz- und Festdienste, für Hilfsmaßnahmen und Krankentransporte führte die Bereitschaft weiter regelmäßige Übungsabende durch.  Die Bereitschaft wurde damals sowohl durch die Bereitschaftsärzte (Dr. Merkle und Dr. Thumulka) als auch durch Karlheinz Dürr (Ausbildungsbeauftragter) geschult. Die Vorgaben dazu machte der DRK-Landesverband mit den "Aufgaben des Monats", welche monatlich postalisch den verantwortlichen Leitungskräften zugestellt wurden. Für die Bevölkerung wurden in den Jahren 1978 bis 1980 zahlreiche Erste-Hilfe-Kurse (EH-Kurse) angeboten, die große Resonanz fanden. Die Kurse wurden von den EH-Ausbildern Karlheinz Dürr (EH-Ausbilder seit 1978) und Erwin Reichert durchgeführt.  Auch fand 1980 ein Sanitätslehrgang in Hohenwettersbach, unterstützt durch Kameraden der Bereitschaft Neureut (u.a. Anton Poslovski) und dem Bereitschaftsarzt Dr. Jürgen Thumulka statt. In der Bereitschaftsführung waren damals: Günter Dürr, Karlheinz Dürr, Gertrud Löffler und Erwin Reichert. Die 1979 unter dem Mitinitiator Erwin Reichert gegründete Jugendrotkreuz-Gruppe für 12 bis 16-Jährige des Bergwalds konnte im Schulhaus Hohenwettersbach stationiert werden. Aufgebaut wurde die JRK-Gruppe von Erwin Reichert, Jürgen Holzer und Ulf Lenk. Zur ersten Gruppe unter der Leitung von Jürgen Holzer zählten: Birgit Löffler, Ulf Lenk, Stefan Rupp, Alois Fleck, Wolfgang Horsch, Mario Doll, Volker Gräber und Wolfgang Woditschka. Trotz vielfältigen Aktivitäten wie Wandern, Spielen, Zeichnen, Basteln und spielerischer Erste-Hilfe-Ausbildung verliert sich die Gruppe leider Ende 1980 - zuletzt auch durch ein zunehmendes Konkurrenzdenken anderer Vereine. Bei einer großen Feuerwehrleistungsübung an den Hochhäusern im Bergwald ist auch die Bereitschaft mit dabei.

Öffentlicher EH-Kurs im Feuerwehrhaus
Übung mit der Feuerwehr
Übung mit der Feuerwehr

 

1981

Eine weitere Verbesserung der Einsatzkräfteausbildung und Ausrüstung (damals noch ohne Funkgeräte) erfolgte in diesem Jahr. Da sich die Lagerung an verschiedenen Plätzen als auch in der ehemaligen Milchzentrale als sehr ungünstig erwies, konnte mit großer Unterstützung durch die Ortsverwaltung Hohenwettersbach in zwei Räume im Kellergeschoss der Grundschule umgezogen werden. Ein Raum diente als Lagerraum, im anderen Raum wurden Übungen und Besprechungen abgehalten. Über viele Jahre hinweg hatte das DRK hier sein notwendiges Zuhause. Sowohl im Notarztwagendienst, im Krankentransport, auf der Rettungsleitstelle und im Luftrettungsdienst engagiert sich Karlheinz Dürr überdurchschnittlich, nachdem dieser sehr erfolgreich die Ausbildung zum Rettungssanitäter und Leitstellenhelfer abgeschlossen hatte. Karlheinz war in diesen vielen Jahren ein wichtiger Impulsgeber für die DRK-Vereinsarbeit in Hohenwettersbach

 

1982

Die Bereitschaft Karlsruhe-Hohenwettersbach feiert über das ganze Jahr hinweg mit vielen öffentlichen Aktionen ihr 10-jähriges Jubiläumsjahr. Zwei Blutspendeaktionen und eine große Fastnachtaktion in der Lustgartenhalle waren, laut Aufzeichnungen von Erwin Reichert, weitere herausragende Ereignisse. Die Aktiven im Jubiläumsjahr waren unter anderem: Caren Günther, Brigitte Hohmann, Erwin Reichert (Thomashof), Sigrid Buschbacher, Günter Dürr, Karlheinz Dürr, Norbert Mankopf, Bernd Roth, Heimo Feuerstein (Bergwald), Hans Buchbacher (Bereitschaftsführer), Jürgen Holzer, Birgit Löffer, Ulf Lenk, Gerd Merkle, Günther Hagner, Erhard Klipfel, Gertrud Löffler, Christian Straub und Dr. Jürgen Thumulka (Bereitschaftsarzt). Günter Dürr wurde die Ehrenurkunde für 25 Dienstjahre durch den Kreisverband verliehen.

Öffentlicher EH-Kurs in der Grundschule
Öffentlicher EH-Kurs
in der Grundschule
Bereitschaft und JRK im Jubiläumsjahr
Bereitschaft und JRK im Jubiläumsjahr

 

1985

Die Bereitschaft erweitert zu Jahresbeginn die sanitätsdienstliche Ausrüstung um eine Schaufeltrage, eine Vakuummatratze, Funkgeräten und weitere Sanitätstaschen. Bei der Amokfahrt von Karlsruhe, welche am 29. August 1985 in den Karlsruher Höhenstadtteilen geschah, wurden fünf Menschen getötet und vier weitere schwer verletzt. Der Täter begann seine Amokfahrt im Stadtteil Grünwettersbach, fuhr mit einem entwendeten PKW über Wolfartsweier in die Bergwaldsiedlung und von dort aus weiter nach Hohenwettersbach. Auf dieser Strecke tötete und verletzte er wahllos Passanten und Anwohner. Wieder in Grünwettersbach angekommen, wurde er nach seiner 45-minütigen Amokfahrt von der Polizei gestellt und ließ sich widerstandslos festnehmen. Die Bereitschaft übernahm die Nachversorgung von unverletzten Betroffenen und war als Ansprechpartner für viele Sorgen und Nöte im Ort präsent. Für die Bevölkerung wurde wieder ein Erste-Hilfe-Kurs in der Grundschule angeboten.

 

1986

Bei einem Sprengkörperfund bei Bauarbeiten im Rehbuckel wird für die Evakuierten eine kleine Betreuungsstelle in der Grundschule eingerichtet. Die Bereitschaft ist über viele Stunden hinweg bis spät in der Nacht im örtlichen Einsatz.

Karlheinz Dürr als EmiR (Ehrenamtlicher Mitarbeiter im Rettungsdienst) auf dem NAW in Rüppurr

 

1987

Im April gibt Steffen Dreher sein Amt als Bereitschafsführer an Birgit Löffler ab. Der fürchterliche Großbrand im Hofgut am 26. Juni 1987 war eine weitere und große Bewährungsprobe für die Bereitschaft. Neben der medizinischen Absicherung von Einsatzkräften mussten auch einige Leichtverletzte versorgt werden. Zum Glück gab es überwiegend nur erheblichen Sachschaden. Im Juni feierte die Bereitschaft dann ihr 15-jähriges Bestehen auf dem Schulhof der Grundschule. Neben einem kleinen Festbankett und einem Rückblick vom stellv. Bereitschaftsführer Karlheinz Dürr, gab es verschiedene Übungsaktionen der Aktiven und breitgefächerte Verpflegung der Besucher.

Ortsvorsteher Alfred Kuppinger überbrachte damals neben den Glückwünschen der Ortsverwaltung auch die allerbesten Wünsche der Stadt Karlsruhe und übergab eine große Spende an die nimmermüde Bereitschaft. Für hervorragende Verdienste um das DRK wurden Karlheinz Dürr, Birgit Löffler, Heimo Feuerstein und Gerd Merkel mit einer Ehrennadel des Kreisverbandes ausgezeichnet.

Bereitschaft im Jubiläumsjahr

 

1988

Ehrungen für Blutspenderinnen und Blutspender, welche dadurch sehr verdiente Mitbürgerinnen und Mitbürger sind, werden nun auch zentral in Hohenwettersbach durch die öffentliche Verwaltung durchgeführt und mit Hilfe der örtlichen Bereitschaft organisiert. Überdurchschnittlich viele Blutspender-Ehrennadeln in Silber und Gold, teils auch mit Lorbeerkranz, konnten in einer Sitzung des Ortschaftsrates im Dezember dieses Jahres durch Alfred Kuppinger überreicht werden.

 

1989

Nach Vorbereitungen von Brigit Löffler und Anton Poslovski aus Neureut wurde ein weiterer, mehrtägiger Sanitätskurs für die Aktiven in Grünwettersbach durchgeführt. Günther Dürr erhielt für seine Verdienste um das Rote Kreuz das Ehrenabzeichen.

 

1992 - 1993

Am 30. August fand die Jubiläumsfeier "20 Jahre DRK-Bereitschaft Hohenwettersbach" in der Grundschule Hohenwettersbach mit großem Gulaschessen aus der bekannten "DRK-Gulaschkanone" statt. Der Musikverein Hohenwettersbach umrahmte und begleitete das Jubiläum mit einem breitgefächerten Repertoire. Am 21.02.1993 wurde Günter Dürr die Ehrennadel für langjährige Vereinsarbeit des Landes Baden-Württemberg im Haus Solms durch den ersten Bürgermeister Erwin Sack verliehen.

 

1995 - 2000

Da die Grundschule sprichwörtlich "aus allen Nähten platzte", mussten die überlassenen Räume im Untergeschoss für den notwendigen Schulbetrieb abgegeben werden. Durch die Stadt Karlsruhe konnte dem Verein keine bezahlbare Alternative in Hohenwettersbach angeboten werden, ebenso musste die weit fortgeschrittene Idee eines geplanten DRK-Ortsvereines aller Karlsruher-Bergdörfer verworfen werden. Aufgrund dieser und vieler weiterer Widrigkeiten entschloss man sich nach langen Überlegungen, die Eigenständigkeit als Bereitschaft "KA-Hohenwettersbach" aufzugeben und als Bereitschaftsuntergliederung dem DRK-Ortsverein Durlach e.V. beizutreten. Die Bereitschaft engagierte sich zudem bei der in Durlach stationierten 2. Einsatzeinheit. Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr nahm die DRK-Bereitschaft Hohenwettersbach am 23.07.2000 am großen Festumzug der Feuerwehr durch Hohenwettersbach mit einer kleinen Abordnung teil.

 

2006 - 2008

Mit dem Start der Kampagne "Kampf dem Herztod" wurde 2006 die DRK-Notfallhilfe Hohenwettersbach gegründet. Erster Notfallhilfeeinsatz war am 25.08.2006 um 01:04 Uhr. Bei der Tombola des Hofgutfestes in Hohenwettersbach wurde ein Spendengrundstock in Höhe von 4.800 € erzielt, somit konnte der erste Defibrillator angeschafft werden. Der AED wurde feierlich durch Ortsvorsteher Rolf Klipfel an die Bereitschaft übergeben. Als ehrenamtlich stationiertes Einsatzfahrzeug diente ein ausgedienter VW-T4-Bus, welcher im Notarztdienst eingesetzt war. Der Durchbruch mit einer JRK-Gruppe musste nach viel Herzblut und Engagement leider aufgegeben werden.

Übergabe DEFI durch Ortsvorsteher Klipfel
Übergabe DEFI durch Ortsvorsteher Klipfel
Gruppenfoto der Bereitschaft bei der Übergabe
Ehrenamtliches Einsatzfahrzeug
Gruppenfoto (2007) der Bereitschaft

 

2009

Klaus Becker übernahm Mitte des Jahres die kommissarische Funktion des Bereitschaftsleiters. Da sich sowohl innerhalb der Bereitschaft Hohenwettersbach, als auch im Ortsverein Durlach e.V. intensiv der Wunsch nach einem eigenständigen DRK-Ortsverein in Hohenwettersbach äußerte, begannen in Hohenwettersbach die ersten strategischen Konzepte für eine Eigenständigkeit.

 

2011

Nach vielen Ideen, Gesprächen und strategischen Konzepten über eine Eigenständigkeit in Hohenwettersbach entstand in Zusammenarbeit mit dem DRK-Kreisverband Karlsruhe e.V. (Kreisgeschäftsführer Hr. Biermann, Präsident Hr. Bickel und Rechtbeistand Hr. Henn) ein erster Satzungsentwurf, welcher dann über das DRK-Präsidium befürwortet wurde. In und für Hohenwettersbach fanden sich einige Interessierte, welche die geplante Eigenständigkeit vorantrieben. Allen voran muss hier Klaus Becker erwähnt werden, welcher diplomatisch vermittelte und sich federführend der Eigenständigkeit annahm. Zu dieser Zeit war Klaus Becker als Beisitzer im Durlacher Ortsvereinsvorstand.

 

2012

Der DRK-Kreisverband Karlsruhe e.V. ermöglichte zum 01. Januar 2012 einen eigenständigen DRK-Ortsverein in Hohenwettersbach (nicht eingetragen) zu gründen und sich als Untergliederung vom Ortsverein Durlach zu lösen. Die erste Mitgliederversammlung wurde dann am 18. Oktober 2012 in der Gaststätte Hofschänke durchgeführt. Als erster Vorsitzender des neuen Ortsvereins wurde Klaus Becker und als Schatzmeisterin Sieglinde Lutz gewählt. Andreas Trenkle wurde als Bereitschaftsleiter bestellt. Die Ablösung vom DRK-Ortsverein Durlach e.V. sowie die organisatorischen Maßnahmen zur Eigenständigkeit forderten leider ihren Tribut. Einige aktive Mitglieder waren der Meinung, dass der neue Ortsverein in Hohenwettersbach aufgrund fehlender finanzieller Mittel und mangelnder Zusammenarbeit in Hohenwettersbach keine Zukunft hat und verließen daraufhin das Rote Kreuz.

Mit einem dreistelligen "Kaffeekassenstand" musste nun der neue Ortsverein auf die Füße gestellt werden. In den Sommerferien, am 02. August 2012, hielt eine aus einem Terrarium ausgebrochene Würgeschlange den ganzen Stadtteil in Atem. Unter anderem wurden zwei große Ferienspielaktionen vorsorgehalber in die Lustgartenhalle verlegt und die Bevölkerung wurde gewarnt. Das DRK war den ganzen Tag präsent, unterstützte die eingerichtete Einsatzleitung und bereitete auch eine kleine Anlaufstelle der Bevölkerung im Rathaus vor. Am späten Abend entdeckte der Halter das Tier auf einem angrenzenden Wiesengrundstück.

 

2014

Als neues Einsatzfahrzeug der Notfallhilfe wurde ein gebrauchter Blaulicht-Smart vom DRK-Ortsverein Bretten-Rinklingen übernommen. Das Fahrzeug wurde damals über die erste "Herzmobil-Aktion" zur Indienststellung der "Helfer vor Ort" beschafft. Durch die Ortsverwaltung Hohenwettersbach wurde der Notfallhilfe ein gekennzeichneter Stellplatz an der Lustgartenhalle eingerichtet, welcher auch über eine Ladeeinrichtung des Fahrzeuges verfügte.

Neues Notfallhilfeeinsatzfahrzeug

 

2016

10-jähriges Jubiläum der Notfallhilfe Hohenwettersbach mit großem Unterhaltungsprogramm und Festbetrieb auf dem Rathausplatz in Hohenwettersbach. Bereitschaftsleiter Andreas Trenkle konnte an einem herrlichen Sonntag über 500 interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger begrüßen und die wichtige Arbeit der ehrenamtliche Notfallhilfe vorstellen.

Kleine Feier zum Jubiläum der NFH im Feuerwehrhaus
Helferinnen und Helfer der NFH-Hohenwettersbach

 

2017

Für die ehrenamtliche Arbeit konnten weitere Mitbürgerinnen und Mitbürger gewonnen werden. Somit konnte in diesem Jahr der Ortsvereinsvorstand erweitert werden. Frank Trenkle wurde als stellv. OV-Vorsitzender gewählt und als stellv. Bereitschaftsleiter bestellt. Auch die Bereitschaft freute sich über weitere Neuzugänge. An einer neuen und nachhaltigen Strategie wurde erfolgreich gearbeitet.

 

2018

Nach einem ersten sensationellen DRK-Herbstfest konnte die Spendenfinanzierung für einen neuen Defibrillator in Höhe von 15.000 € abgeschlossen werden. Ebenso wurde in diesem Jahr ein Mietvertrag für den Übungsbetrieb im Foyer der Lustgartenhalle abgeschlossen und der Bauantrag für eine DRK-Unterkunft in unserem Stadtteil gestellt. Nach Unterstützung durch die Ortsverwaltung konnte das ehemalige Lager des HTC-Hohenwettersbach in der Lustgartenhalle als Ausbildungslager genutzt werden.

Klaus Becker und Elke Ernemann bei der Festeröffnung

 

2019

Spitzenjahr der Notfallhilfe mit erstmalig über 100 gefahrenen Einsätzen. Der Bau unseres DRK-Vereinsheimes begann. Eine intensive Mitgliederwerbung und ein "Offener Bereitschaftsabend" zeigten weiter Erfolg. Die Bereitschaft konnte nunmehr auf 15 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zurückblicken. Das DRK sei wieder aus dem "Dornröschenschlaf" erwacht, so Ortsvorsteherin Elke Ernemann bei der damaligen Mitgliederversammlung. Zwei Großbrände forderten auch die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der DRK-Ortsvereine der Bergdörfer.

 

2020

Am 27. Januar 2020 erreichte das Coronavirus erstmals offiziell Deutschland. Eineinhalb Monate später verhängte die ehemalige Bundesregierung um die damalige Kanzlerin Angela Merkel und deren Gesundheitsminister Jens Spahn die ersten Maßnahmen, um das Coronavirus einzudämmen. Der erste Corona-Lockdown wurde am 16. März 2020 beschlossen und trat am 22. März 2020 in Kraft. Er war mit zahlreichen Einschränkungen im öffentlichen Leben verbunden. Der erste Corona-Lockdown in Deutschland endete mit den ersten Lockerungen nach sieben Wochen am 4. Mai 2020, gefolgt von weiteren Lockdowns, Bundesnotbremsen und umfassenden Einschränkungen. Mit Beginn der Corona-Pandemie konnte das DRK-Hohenwettersbach auf vielfältige Art und Weise zeigen, welches große Leistungsportfolio dieser Verein zu bieten hat. Der über die Pandemie entstandene Einkaufservice, der mit vielen freiwilligen Mitbürgerinnen und Mitbürgern fortgeführt wurde, zog erfreulicherweise die Gründung der Gemeinschaft "Wohlfahrts- und Sozialarbeit" mit sich. Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen entfielen auch im November die traditionellen Sankt Martin Umzüge. Mit der Aktion "Ich stelle meine Laterne vor die Tür - und mein DRK kommt zu mir!" machte das DRK bei über 300 Kindern in unserem Einsatzgebiet "Hausbesuche" und übergab jedem Kind eine Sankt-Martinsbrezel. Als einer der ersten DRK-Ortsvereine im Stadt- und Landkreis Karlsruhe konnten in Zusammenarbeit mit der Löwen-Apotheke durchgängig Corona-Tests in Hohenwettersbach als auch in "Mobilen Test-Teams" angeboten werden. Ebenso engagierten wir uns über die gesamte Pandemiezeit bei MIT-Impfungen oder in den Impfzentren. In Hohenwettersbach selbst wurden zudem zwei Pop-Up-Impfungen durch uns organisiert und durchgeführt. Über die Pandemiejahre wurden mehr als 15.000 ehrenamtliche Stunden aufgebracht. Eine Vielzahl von unseren Helferinnen und Helfern wurde mit verschiedenen Ehrungen und DRK-Bandschnallen ausgezeichnet.

St. Martins-Brezel Aktion im Einsatzgebiet
Einsatz als MIT
Eigene Teststation in Hohenwettersbach
Eigene Impfaktion
Auszeichnung der Helfer

 

2021

Dieses Jahr stand ganz im Wandel der Zeit! Es wurde ein neuer OV-Vorstand (Frank Trenkle) gewählt. Ebenso erfuhr der kleine Fuhrpark ein wichtiges Update. Es konnte ein Audi Q5 (ehemals NEF) vom Kreisverband übernommen und als NFH-Einsatzfahrzeug ausgebaut werden. Unser ehemaliges Fahrzeug, der letzte erhaltene "Herzmobil-Smart", kann heute in dem Privatmuseum "Lafette" in Hinterzarten im Schwarzwald bestaunt werden. Bei der Mitgliederversammlung konnte ein einstimmiger Beschluss für ein weiteres Fahrzeug erwirkt werden. Cornelia Ladra unterstützte seither die Bereitschaft als Bereitschaftsärztin. Klaus Becker wurde mit dem Ehrenzeichen des Kreisverbandes ausgezeichnet.

 

2022

Mit Beginn des Ukrainekonfliktes engagierte sich der Ortsverein mit seinen beiden Gemeinschaften über viele Wochen hinweg beim Betrieb einer Notunterkunft (außergewöhnliche Einsatzlage) für die Vertriebenen in der DM-Arena (Messe Karlsruhe). Die Gasmangellage forderte auch im DRK ein Umdenken. Die betreuungsdienstliche Ausrüstung wurde erweitert, die eigene Autarkie weiter sichergestellt und das Thema der "Notfalltreffpunkte" nahm Fahrt auf. Neben der EH-Breitenausbildung wurden auch eine Vielzahl von Selbstschutzmodulen (EHSH) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz angeboten. Der langjährige Kreisgeschäftsführer Jörg Biermann verabschiedete sich in der Kreisversammlung vom Ehrenamt. Ein neuer Geräteanhänger Logistik verstärkte den Fuhrpark der Einsatzgruppe Bereitschaft. Zudem wurden für den Kreisverband viele verschiedene DRK-Fachdienstausbildungen in unserem Stadtteil durch unseren Ortsverein angeboten und durchgeführt. Der Ortsverein zählte inzwischen 42 aktive Helferinnen und Helfer in zwei Gemeinschaften. Mit Hilfe der Ortsverwaltung und der Stadt Karlsruhe wurde dem DRK eine größere Räumlichkeit in der Lustgartenhalle nach deren umfangreichen Modernisierung überlassen. In Eigenregie wird dieser Raum zu einem modernen Ausbildungslager ausgebaut. Das Foyer der Lustgartenhalle wurde somit unser wichtiges Zuhause beim Übungs- und Dienstbetrieb.

Einsatz bei der AEL (Außergewöhnliche Einsatzlage / UKR-Hilfe)

 

2023

Die Bereitschaft setzte einen Impuls mit einer DRK-Einsatzgruppe "Drohne", bildete vier BOS-Piloten aus und treibt eine übergeordnete Einbindung innerhalb des Kreisverbandes mit dem ASB-Karlsruhe voran. Cornelia Ladra wurde zur stellv. OV-Vorsitzenden gewählt und der OV-Vorstand wurde durch Ulrich Schlosser, Michael Stöger und Tobias Koltes erweitert. Die Zusammenarbeit aller DRK-Ortsvereine der Bergdörfer wurde weiter intensiviert. Zudem engagieren sich unsere Helferinnen und Helfer bei Einsatz-Leistungsmodulen des Landesverbandes. Klaus Becker erhielt im Februar eine Ehrung vom DRK-Landesverband für über 25 Jahre aufopferungsvolle DRK-Arbeit. Im Dezember fand im Bürgersaal des Rathauses der Stadt Karlsruhe der Ehrungsabend für herausragend Engagierte des Jahres 2023 statt. Für sein über 20 Jahre herausragendes ehrenamtliches Engagement als Bereitschaftsleiter, sowie für den Aufbau von Betreuungsdienststrukturen in den gesamten Höhenstadtteilen, wurde Bereitschaftsleiter Andreas Trenkle geehrt. Neben dem Oberbürgermeister Hr. Dr. Mentrup und Bürgermeister Hr. Dr. Käuflein wohnte unsere Ortsvorsteherin Fr. Ernemann dem Ehrungsabend bei. Mit 139 Alarmierungen ist das Jahr 2023 zudem ein neues Spitzenjahr. Erstmalig engagierte sich der Ortsverein beim DRK-Kältebus vom Kreisverband im gesamten Stadtkreis.

Ehrung von ehrenamtlichen DRK-Engagierten
Der gesamte Ortsverein (2023)
Der Ortsvereinsvorstand (2023)

 

2024

Ein Jugendrotkreuz konnte in unserem Ortsverein nach vielen Monaten der intensiven Vorbereitung wieder gebildet werden. Der Fuhrpark des Ortsvereins konnte erweitert und ein neues Einsatzgruppenfahrzeug in Dienst gestellt werden. Bei der Mitgliederversammlung am 21.02.2024 wurde Karlheinz Dürr zum Ehrenmitglied ernannt und Bereitschaftsleiter Andreas Trenkle für besondere Verdienste mit dem Ehrenzeichen des Kreisverbandes geehrt. Im Frühjahr wurde der Garagenhof der Vereine nach unzähligen Bemühungen mit der Stadt Karlsruhe endlich neu gepflastert.

JRK-Leitung und JRK-Betreuer
Ehrungen in der Mitgliederversammlung

 

Leitungs- und Führungskräfte der Bereitschaft:

  B-Führer /
Stellv. BL
Stellv. B-Führer /
Stellv. BL
Bereitschaftsarzt
1972 - 1976 Günter Dürr Erhard Klipfel
Erwin Reichert
Dr. Merkle /
Dr. Thumulka
1979 - 1982 Günter Dürr Erwin Reichert
Karlheinz Dürr
Dr. Merkle /
Dr. Thumulka
1982 - 1986 Günter Dürr (komm.)
Stefan Dreher (ab 1985)
Birgit Löffler
Karlheinz Dürr
 
1987 Birgit Löffler Karlheinz Dürr (bis 1988)  
2005 - 2008 Stefan Rupp Stefan Witkowski  
2009 Klaus Becker (komm.)    
2012 - 2023 Andreas Trenkle Frank Trenkle (2017 - 2021)
Daniel Clauß (ab 2023)
Cornelia Ladra (ab 2021)

 

Leitungskräfte der Wohlfahrt- und Sozialarbeit / Ehrenamtskoordinator:

  Gemeinschaftsleiter Stellv. Gemeinschaftsleiter Ehrenamtskoordinator
2020 - 2024 Klaus Becker    
2024     Klaus Becker

 

Leitungskräfte des Jugendrotkreuz (JRK):

JRK-Gruppenleitung Stellv. JRK-Gruppenleitung JRK-Leitungsteam
2023 Luise Clauß
Sina-Marie Müller
Cornelia Ladra Andreas Trenkle
Daniel Clauß

 

OV-Vorstand (BGB):

  OV-Vorsitzende/r Stellv. OV-Vorsitzende/r Schatzmeister/in
2012 - 2016 Klaus Becker   Sieglinde Lutz
2017 - 2021 Klaus Becker Frank Trenkle Sieglinde Lutz
2021 - 2024 Frank Trenkle Cornelia Ladra (ab 2023) Klaus Becker

 

Ehrenmitglieder des Ortsverein

21.02.2024 Karlheinz Dürr

 

Quellenangaben:

  • Buch "Ein Gruss aus Hohenwettersbach", Siegried Stech
  • Buch "Streifzüge der Ortsgeschichte", Info-Verlag
  • Festschrift "75 Jahre FF Hohenwettersbach", Feuerwehr
  • Eigene Fest- und Jubiläumsschriften der Bereitschaft Hohenwettersbach
  • Aufzeichnungen von Karlheinz Dürr und Bernhard Warter
  • Zeitzeugen: Rudolf Röll, Priska Woditschka, Edburg Trenkle, Stefan Rupp, Karlheinz Dürr, Bernhard Warter, Klaus Becker
  • Chronikerstellung: Frank Trenkle
  • Inhaltliche Korrekturlesung: Kirsten Knobloch, Arlette Trenkle
  • Rechtschreibkorrektur: Martin Schmitt, Heilbronn, Oberstudienrat